Ghostery – selbst entscheiden, was und wo getrackt wird

Vor ein paar Tagen bin ich über das Browser-PlugIn „Ghostery“ gestoßen. Mit diesem PlugIn kann man selbst entscheiden, ob und zu welchen Diensten im Netz die persönlichen Daten überhaupt weitergeleitet werden.

Besucht man beispielsweise dieses Blog, bekommt man folgende Tracker angezeigt:

Ghostery

Jetzt kann man diese einzelnen Dienste natürlich auch dauerhaft deaktivieren, indem man den jeweiligen Schalter einfach umlegt. Da man erst eine Seite besuchen muss, um einen Dienst zu blocken, dauert es natürlich etwas, bis die Liste wächst. Bei einigen Webseiten wundert man sich, wie schnell der Zähler in höhere zweistellige Bereiche klettert. Gerade in Webshops kann die Anzahl der genutzten Tracker, Conversion Pixel und anderen Netzwerken schnell Überhand nehmen.

So schaffe es giga.de zum Beispiel auf 20 Tracker, conrad.de auf 22 und ea.com sogar auf 44!

Natürlich kann man mit diesem PlugIn nicht nur Werbe-Tracker blocken, sondern z.B. auch die Social-PlugIns von Facebook. Diese sind ja oft umstritten, da man als eingeloggter Facebook-Nutzer im Netz eigentlich komplett verfolgbar ist (von Facebook). Schließlich haben mittlerweile nahezu alle Blogs und Magazine die entsprechenden Like-Buttons integriert. Und diese werten nun einmal immer von den Facebook-Servern geladen. Somit kann (und wird) Facebook von Euch ein genaues Profil erstellen. Was am Ende natürlich dafür genutzt wird, Euch passende Werbung zu Euren vorlieben anzuzeigen.

Ansonsten liest man in den Listen wirklich Namen, welche ich noch nie gehört habe – und ich dachte, ich hätte schon viele Tracker während meiner beruflichen Laufbahn als Webentwickler eingebunden. Falsch gedacht – die Liste ist scheinbar endlos.

Wer keine Lust hat zu warten bis man getrackt wurde und das ganze auf jeder einzelnen Webseite zu prüfen, kann auch einfach komplette Kategorien über die Einstellungen blocken. So sehen meine Einstellungen aktuell aus:

Ghostery-Settings

Wie man sieht, gibt es einiges zu blocken. Und wer weiß schon, ob das Plugin überhaupt alles erkennt was es da draußen so gibt. Größere Webseiten nutzen eventuell sogar noch eigene Tools.

Am Ende gibt einem das PlugIn aber einen guten Überblick darüber, was man tagtäglich für Daten von sich durch die Gegend schickt. Natürlich alles relativ anonymisiert, aber dennoch können sich die Betreiber irgendwann ein Bild von einem machen. Auch, wenn personenbezoge Daten wie z.B. der Name fehlen, könnte man daraus sicher viele Rückschlüsse ziehen.

Ich mache mir darum nicht besonders viele Gedanken. Am Ende wird mir maximal ein Netz mehr interessanten Inhalten geboten, welche in meine Interessengebiete und in mein Einkaufsverhalten fallen – dem muss man sich einfach nur bewusst werden. Ein wirklicher Schaden entsteht einem persönlich dadurch höchstwahrscheinlich nicht.

Über

Jahrgang 87, gelernter Softwareentwickler und fast ein Jahrzehnt Erfahrung im Bereich Web-Entwicklung mit PHP und Web-Design. Diese Eigenschaften machen mich zu einem geeigneten und geschätzten Ansprechpartner für die Umsetzung Ihres Projektes. Weiterhin bin ich seit Ende 2013 Magento Certified Developer.